
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 2
18 Da wandten sich die Juden an ihn und sagten: Was für ein Zeichen zeigst du uns vor als Beweis, dass du dies tun darfst? 19 Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. 20 Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten? 21 Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. 22 Als er dann von den Toten auferstanden war, erinnerten sich die Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.
(b. lxxxiii. Quæst. 2. 5. f.) Der Vorgang der menschlichen Empfängnis wird folgendermaßen beschrieben. Die ersten sechs Tage bringen eine milchähnliche Substanz hervor, die in den folgenden neun in Blut umgewandelt wird; in weiteren zwölf wird sie gefestigt, in weiteren achtzehn wird sie zu einem vollständigen Satz von Gliedern geformt, deren Wachstum und Vergrößerung die restliche Zeit bis zur Geburt ausfüllt. Denn sechs, neun, zwölf und achtzehn zusammengenommen ergeben fünfundvierzig, und mit Hinzufügung von eins (was für die Summierung steht, da alle diese Zahlen in eins zusammengefasst werden) sechsundvierzig. Dies multipliziert mit der Zahl sechs, die an der Spitze dieser Berechnung steht, ergibt zweihundertsechsundsiebzig, d. h. neun Monate und sechs Tage. Es ist also keine bedeutungslose Information, dass der Tempel sechsundvierzig Jahre lang gebaut wurde; denn der Tempel war ein Vorbild seines Leibes, und so viele Jahre der Tempel im Bau war, so viele Tage war der Leib des Herrn in Bildung.