
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 2
18 Da wandten sich die Juden an ihn und sagten: Was für ein Zeichen zeigst du uns vor als Beweis, dass du dies tun darfst? 19 Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. 20 Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten? 21 Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. 22 Als er dann von den Toten auferstanden war, erinnerten sich die Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.
(Hom. xxiii. 2) Aber waren Zeichen nötig, um böse Praktiken zu beenden? War nicht derartiger Eifer für das Haus Gottes das größte Zeichen seiner Tugend? Sie erinnerten sich jedoch nicht an die Prophezeiung, sondern baten um ein Zeichen; sogleich verärgert über den Verlust ihres niedrigen Gewinns und wünschten, Ihn daran zu hindern, weiterzugehen. Denn dieses Dilemma, dachten sie, würde Ihn zwingen, entweder Wunder zu wirken oder seinen gegenwärtigen Kurs aufzugeben. Aber Er weigert sich, ihnen das Zeichen zu geben, wie Er es bei einer ähnlichen Gelegenheit tat, als Er antwortet: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht sucht nach einem Zeichen, und es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jonas; (Mat. 12,39) nur ist die Antwort dort offener als hier. Derjenige jedoch, der sogar die Wünsche der Menschen vorwegnahm und Zeichen gab, als Er nicht gebeten wurde, hätte hier eine positive Bitte nicht zurückgewiesen, wenn Er nicht eine listige Absicht darin gesehen hätte. So aber antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Zerstört diesen Tempel, und in drei Tagen will Ich ihn aufrichten.