Alkuin
Catena Aurea · Johannesevangelium 2
5 Da sagte seine Mutter zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! 6 Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge für die bei den Juden übliche Reinigung; sie fassten ungefähr hundert Liter. 7 Jesus sagt zu ihnen: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. 8 Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem Tafelmeister. Sie brachten es ihm. 9 Als aber der Tafelmeister von dem zu Wein gewordenen Wasser gekostet hatte, ohne von seiner Herkunft zu wissen -- die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es --, rief der Tafelmeister den Bräutigam herbei 10 und sagte zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie trunken sind, den geringeren. Du hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. 11 Damit begann Jesus seine Zeichen in Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.
Die Diener sind die Lehrer des Neuen Testaments, die die Heilige Schrift für andere geistig auslegen; der Speisemeister ist irgendein Gesetzeslehrer wie Nikodemus, Gamaliel oder Saulus. Wenn also den ersteren das Wort des Evangeliums anvertraut wird, das unter dem Buchstaben des Gesetzes verborgen ist, so ist es das zu Wein gewordene Wasser, das dem Speisemeister vorgesetzt wird. Und die drei Reihen von Gästen bei Tisch im Hause der Hochzeit werden zu Recht erwähnt; die Kirche besteht aus drei Ordnungen von Gläubigen: den Verheirateten, den Enthaltsamen und den Lehrern. Christus hat den guten Wein bis jetzt behalten, d. h. er hat das Evangelium bis zu diesem, dem sechsten Zeitalter, aufgeschoben.