
Gregor der Große
Catena Aurea · Johannesevangelium 18
3 Judas also nahm die Kohorte und Diener von den Hohenpriestern und Pharisäern und kam dorthin mit Fackeln, Laternen und Waffen. 4 Jesus, der alles wusste, was ihm bevorstand, trat hinaus und fragte: Wen sucht ihr? 5 Sie antworteten ihm: Jesus, den Nazoräer. Er sagte zu ihnen: Ich bin es. Auch Judas, sein Verräter, stand bei ihnen. 6 Als er zu ihnen sagte: Ich bin es, wichen sie zurück und stürzten zu Boden. 7 Da fragte er sie wiederum: Wen sucht ihr? Sie sagten: Jesus, den Nazoräer. 8 Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr also mich sucht, dann lasst diese gehen! 9 So sollte sich das Wort erfüllen, das er gesagt hatte: Von denen, die du mir gegeben hast, habe ich keinen verloren.
(Ezech. Hom. ix.) Warum ist es so, dass die Auserwählten auf ihr Angesicht fallen, die Verworfenen aber rückwärts? Weil jeder, der rückwärts fällt, nicht sieht, wohin er fällt, während der, der vorwärts fällt, sieht, wohin er fällt. Die Gottlosen, die in unsichtbaren Dingen Schaden erleiden, fallen, so sagt man, rückwärts, weil sie nicht sehen, was hinter ihnen ist; die Gerechten aber, die sich freiwillig in zeitlichen Dingen niederwerfen, um in geistlichen aufzustehen, fallen gleichsam auf ihr Angesicht, wenn sie sich mit Furcht und Buße und offenen Augen demütigen.