
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 16
23 An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen. Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet, wird er es euch in meinem Namen geben. 24 Bis jetzt habt ihr um nichts in meinem Namen gebeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit euere Freude vollkommen ist. 25 Dies habe ich in Bildern zu euch gesagt. Es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in Bildern zu euch spreche, sondern euch unverhüllt vom Vater künden werde. 26 An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten und ich sage nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde. 27 Denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin. 28 Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen. Nun verlasse ich die Welt wieder und gehe zum Vater.
(vi. de. Trin. c. 31) Der vollkommene Glaube an den Sohn, der glaubt und liebt, was von Gott ausgegangen ist, und verdient, um seiner selbst willen gehört und geliebt zu werden, dieser Glaube, der den Sohn Gottes bekennt, von Ihm geboren und von Ihm gesandt, bedarf keines Fürsprechers beim Vater: daher folgt: Und habt geglaubt, dass Ich von Gott ausgegangen bin. Seine Geburt und sein Kommen werden bezeichnet durch: Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen. Das eine ist Heilsordnung, das andere Natur. Vom Vater gekommen zu sein und von Gott ausgegangen zu sein, haben nicht dieselbe Bedeutung; denn es ist eines, von Gott in der Beziehung der Sohnschaft ausgegangen zu sein, ein anderes, vom Vater in diese Welt gekommen zu sein, um das Geheimnis unseres Heils zu vollbringen. Da von Gott ausgegangen zu sein heißt, als sein Sohn zu subsistieren, was kann Er anderes sein als Gott.