
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 15
12 Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. 13 Eine größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben für seine Freunde hingibt. 14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. 15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch habe ich Freunde genannt, weil ich euch alles mitgeteilt habe, was ich von meinem Vater gehört habe. 16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, dass ihr geht und Frucht bringt und dass euere Frucht bleibt, damit der Vater euch gibt, was immer ihr von ihm in meinem Namen erbittet.
(Tract. lxxxvi. 3) Die Liebe ist also eine Frucht, die jetzt nur im Verlangen existiert, noch nicht in Fülle. Doch selbst mit diesem Verlangen gibt uns der Vater, was wir im Namen des eingeborenen Sohnes erbitten: Dass, was ihr den Vater in meinem Namen bittet, Er es euch gebe. Wir bitten im Namen des Erlösers um alles, was wir bitten, was unserem Heil nützlich ist.