Didymus der Blinde
Catena Aurea · Johannesevangelium 14
22 Judas, nicht der Iskariot, sagte zu ihm: Herr, was ist geschehen, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? 23 Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten und mein Vater wird ihn lieben; wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. 24 Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. 25 Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. 26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. 27 Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht so, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht.
(Didym. de Spir. Sancto, l. ii. inter opera Hieron.) Der Heiland versichert, dass der Heilige Geist vom Vater in Seinem, des Heilands, Namen gesandt wird; welcher Name der Sohn ist. Hier zeigt sich eine Übereinstimmung der Natur und, sozusagen, der Proprietät der Personen. Der Sohn kann nur im Namen des Vaters kommen, in Übereinstimmung mit der eigentümlichen Beziehung des Sohnes zum Vater und des Vaters zum Sohn. Kein anderer kommt im Namen des Vaters, sondern im Namen Gottes, des Herrn, des Allmächtigen und dergleichen. Wie Diener, die im Namen ihres Herrn kommen, dies als Diener jenes Herrn tun, so trägt der Sohn, der im Namen des Vaters kommt, diesen Namen als der anerkannte eingeborene Sohn des Vaters. Dass der Heilige Geist also im Namen des Sohnes vom Vater gesandt wird, zeigt, dass Er in Einheit mit dem Sohn ist; daher wird Er auch der Geist des Sohnes genannt und macht die zu Adoptivsöhnen, die bereit sind, Ihn aufzunehmen. Der Heilige Geist also, der im Namen des Sohnes vom Vater kommt, wird die, die im Glauben an Christus gefestigt sind, alles lehren; alles, was geistig ist, sowohl das Verständnis der Wahrheit als auch das Sakrament der Weisheit. Aber Er wird nicht lehren wie die, die eine Kunst oder Wissenschaft durch Studium und Fleiß erworben haben, sondern als die Kunst, die Lehre, die Erkenntnis selbst. Als dieser selbst wird der Geist der Wahrheit dem Geist die Erkenntnis göttlicher Dinge mitteilen.