
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 14
8 Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater, und es genügt uns. 9 Jesus antwortete ihm: Schon so lange Zeit bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? 10 Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, rede ich nicht von mir selbst aus. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. 11 Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist. Wenn nicht, so glaubt doch um der Werke selbst willen!
(vii. de Trin) Aber der Vater ist im Sohn und der Sohn im Vater, nicht durch eine Verbindung zweier harmonierender Wesenheiten, noch durch eine in eine umfassendere Substanz eingepflanzte Natur wie bei materiellen Körpern, in denen es unmöglich ist, dass das, was innerhalb ist, außerhalb dessen, was es enthält, gesetzt wird; sondern durch die Geburt einer Natur, die Leben aus Leben ist; da aus Gott nichts als Gott geboren werden kann.