
Hilarius von Poitiers
Catena Aurea · Johannesevangelium 14
5 Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg wissen? 6 Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich. 7 Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.
(vii. de Trin) Oder so: Wenn gesagt wird, dass der Sohn der Weg zum Vater ist, ist damit gemeint, dass Er es durch Seine Lehre oder durch Sein Wesen ist? Wir werden aus dem Folgenden sehen können: Wenn ihr Mich gekannt hättet, hättet ihr auch Meinen Vater gekannt. In Seiner Menschwerdung, indem Er Seine Gottheit behauptete, hielt Er eine gewisse Ordnung des Sehens und Erkennens ein: Er trennte die Zeit des Sehens von der des Erkennens. Von Dem, den Er sagt, dass Er erkannt werden muss, spricht Er als von einem, der bereits gesehen wurde: damit sie von nun an aus dieser Offenbarung Erkenntnis der göttlichen Natur haben könnten, die sie die ganze Zeit in Ihm gesehen hatten.