Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 13
6 Als er zu Simon Petrus kam, sagte der zu ihm: Herr, du willst mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; aber später wirst du es begreifen. 8 Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. 9 Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und den Kopf! 10 Jesus sagte zu ihm: Wer gebadet ist, hat nicht nötig, sich zu waschen, sondern ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein; aber nicht alle. 11 Denn er kannte seinen Verräter. Deshalb sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
(t. xxxii. 5.) Dies ist ein Beispiel dafür, dass ein Mensch etwas mit guter Absicht sagen kann und doch unwissentlich zu seinem Schaden. Petrus, unwissend über die tiefe Bedeutung unseres Herrn, sagt zunächst wie im Zweifel milde: Herr, du wäschst mir die Füße? und dann: Du sollst mir die Füße niemals waschen; was in Wirklichkeit bedeutete, sich selbst davon auszuschließen, Anteil mit Jesus zu haben. Daher tadelt er nicht nur unseren Herrn dafür, dass er die Füße der Jünger wäscht, sondern auch seine Mitjünger dafür, dass sie ihre Füße zum Waschen hingeben. (Kap. 6.) Wie Petrus also sein eigenes Wohl nicht sah, ließ unser Herr seinen Wunsch nicht erfüllt werden: Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil mit mir.