Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 13
6 Als er zu Simon Petrus kam, sagte der zu ihm: Herr, du willst mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; aber später wirst du es begreifen. 8 Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. 9 Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und den Kopf! 10 Jesus sagte zu ihm: Wer gebadet ist, hat nicht nötig, sich zu waschen, sondern ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein; aber nicht alle. 11 Denn er kannte seinen Verräter. Deshalb sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
(t. xxxii.) Oder unser Herr deutet an, dass dies ein Geheimnis ist. Durch Waschen und Abtrocknen machte er die Füße derer schön, die die frohe Botschaft verkünden sollten (Jes. 52,7), und die auf jenem Weg wandeln sollten, von dem er ihnen sagt: Ich bin der Weg. (unten 14,6) Jesus legte seine Kleider ab, damit er ihre reinen Füße noch reiner mache, oder damit er die Unreinheit ihrer Füße auf seinen eigenen Leib aufnehme durch das Handtuch, mit dem allein er umgürtet war; denn er hat unsere Leiden getragen. Beachte auch, dass er gerade zu der Zeit, als der Teufel es Judas ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten, und die Heilsordnung für die Menschheit bevorstand, die Füße seiner Jünger zum Waschen erwählte. Vorher war die Zeit nicht gekommen, ihre Füße zu waschen. Und wer hätte ihre Füße in der Zwischenzeit bis zum Leiden gewaschen? Während des Leidens gab es keinen anderen Jesus, der es tun konnte. Und danach kam der Heilige Geist auf sie herab, zu welcher Zeit sie ihre Füße bereits hätten gewaschen haben sollen. Dieses Geheimnis, sagt unser Herr zu Petrus, ist zu groß für dich, um es jetzt zu verstehen, aber du wirst es später erkennen, wenn du erleuchtet bist.