Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 13
1 Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen; und weil er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, so liebte er sie bis zum Ende. 2 Man war bei Tisch und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gelegt, ihn zu verraten. 3 Da erhob sich Jesus, der wusste, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben und dass er von Gott ausgegangen war und nun zu Gott zurückkehrte, 4 vom Mahl auf, legte die Oberkleider ab, nahm ein Leinentuch und band es sich um. 5 Dann goss er Wasser in das Waschbecken und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, das er sich umgebunden hatte.
(t. xxxii. 2.) Mystisch ist das Mittagessen die erste Mahlzeit, früh am geistlichen Tag eingenommen und angepasst an die, die gerade in diesen Tag eingetreten sind. Das Abendmahl ist die letzte Mahlzeit und wird denen vorgesetzt, die weiter fortgeschritten sind. Nach einem anderen Sinn ist das Mittagessen das Verständnis des Alten Testaments, das Abendmahl das Verständnis der im Neuen verborgenen Geheimnisse. Doch auch die, die mit Jesus zu Abend essen, die an der letzten Mahlzeit teilnehmen, brauchen eine gewisse Waschung, nicht der oberen Teile ihres Leibes, d. h. der Seele, sondern der unteren Teile und Extremitäten, die notwendig an der Erde haften. (c. 4.). Es heißt: Und begann zu waschen; denn er vollendete seine Waschung erst später. Die Füße der Apostel waren jetzt befleckt: Ihr alle werdet in dieser Nacht an mir Anstoß nehmen. (Mt 26:31) Aber später reinigte er sie, so dass sie keine weitere Reinigung mehr brauchten.