
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 12
44 Jesus aber rief aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat 45 und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. 46 Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. 47 Und wer meine Worte nur hört und nicht befolgt, den richte nicht ich. Denn ich bin nicht gekommen, die Welt zu richten, sondern die Welt zu retten. 48 Wer mich ablehnt und meine Worte nicht annimmt, hat seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tag. 49 Denn ich habe nicht eigenmächtig gesprochen, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir den Auftrag gegeben, was ich sagen und reden soll. 50 Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.
(Hom. lxix. 1) Wer an Mich glaubt, glaubt nicht an Mich, sondern an Den, der Mich gesandt hat: als sagte Er: Wer Wasser aus einem Bach schöpft, nimmt das Wasser nicht vom Bach, sondern von der Quelle. Dann, um zu zeigen, dass es nicht möglich ist, an den Vater zu glauben, wenn wir nicht an Ihn glauben, sagt Er: Wer Mich sieht, sieht Den, der Mich gesandt hat. Was denn? Ist Gott ein Körper? Keineswegs; Sehen ist hier die Vision des Geistes. Was weiter folgt, zeigt noch mehr Seine Einheit mit dem Vater. Ich bin als Licht in die Welt gekommen. Dies ist es, was der Vater an vielen Stellen genannt wird. Er nennt Sich selbst das Licht, weil Er vom Irrtum befreit und die Finsternis des Verstandes vertreibt; damit, wer an Mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.