
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 12
34 Da antwortete ihm das Volk: Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Messias in Ewigkeit bleiben wird. Wie kannst du da sagen, der Menschensohn müsse erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn? 35 Da sagte Jesus zu ihnen: Nur noch kurze Zeit ist das Licht unter euch. Geht eueren Weg, solange ihr das Licht habt, damit euch nicht die Finsternis überfällt. Wer in der Finsternis geht, weiß nicht, wohin er geht. 36 Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Söhne des Lichts werdet. Das sagte Jesus. Dann ging er fort und verbarg sich vor ihnen.
(Hom. lxviii. 1) Und siehe, wie bösartig sie die Frage stellen. Sie sagen nicht: Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass Christus nicht leidet; denn an vielen Stellen der Schrift werden Sein Leiden und Seine Auferstehung zusammen genannt, sondern: in Ewigkeit bleibt. Und doch war Seine Unsterblichkeit nicht unvereinbar mit der Tatsache Seines Leidens. Sie dachten jedoch, dies beweise, dass Er nicht der Christus sei. Dann fragen sie: Wer ist dieser Menschensohn? eine weitere bösartige Frage; als wollten sie sagen: Beschuldige uns nicht, diese Frage aus Hass gegen Dich zu stellen; denn wir fragen einfach um Auskunft. Christus zeigt ihnen in Seiner Antwort, dass Sein Leiden nicht verhindert, dass Er in Ewigkeit bleibt: Da sagte Jesus zu ihnen: Nur noch eine kleine Weile ist das Licht bei euch; als ob Sein Tod nur ein vorübergehendes Weggehen wäre, wie das Licht der Sonne nur untergeht, um wieder aufzugehen.