
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 12
20 Unter denen, die hinaufzogen, um am Fest Gott anzubeten, waren auch einige Griechen. 21 Sie traten an Philippus aus Betsaida in Galiläa mit der Bitte heran: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus ging und sagte es Andreas. 22 Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. 23 Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. 24 Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viele Frucht. 25 Wer sein Leben liebt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt hasst, wird es für das ewige Leben bewahren. 26 Wer mir dienen will, folge mir nach, und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird ihn der Vater ehren.
(Hom. lxvi. 2) Er veranschaulicht Seine Rede durch ein Beispiel aus der Natur. Ein Weizenkorn bringt Frucht, nachdem es gestorben ist. Wie viel mehr dann der Sohn Gottes? Die Heiden sollten berufen werden, nachdem die Juden endgültig Anstoß genommen hatten; d. h. nach Seiner Kreuzigung. Jetzt also, da die Heiden aus eigenem Antrieb ihren Glauben darbrachten, sah Er, dass Seine Kreuzigung nicht mehr fern sein konnte. Und um den Kummer Seiner Jünger zu trösten, den Er voraussah, sagt Er ihnen, dass es der einzige Weg zum Guten sei, nicht nur Seinen Tod, sondern auch ihren eigenen geduldig zu ertragen: Wer sein Leben liebt, wird es verlieren.