Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Johannesevangelium 12
12 Am folgenden Tag hörte die Volksmenge, die zum Fest gekommen war, Jesus komme nach Jerusalem. 13 Da nahmen sie Palmzweige, zogen ihm entgegen und riefen: Hosanna! Gepriesen sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels! 14 Jesus fand einen jungen Esel und setzte sich darauf -- wie geschrieben steht: 15 Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt; er sitzt auf dem Fohlen einer Eselin. 16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht. Aber als Jesus verherrlicht war, erinnerten sie sich, dass dies über ihn geschrieben war und man es so für ihn ausgeführt hatte. 17 Die Volksmenge, die bei ihm gewesen war, als er Lazarus aus dem Grab rief und von den Toten auferweckte, legte davon Zeugnis ab. 18 Deshalb zog ihm auch die Menge entgegen, weil sie gehört hatte, dass er dieses Zeichen getan hatte. 19 Die Pharisäer indessen sagten zueinander: Ihr seht, dass ihr nichts erreicht. Alle Welt läuft ihm nach.
(non occ.) Siehe also die Folgen des Leidens unseres Herrn. Es war nicht ohne Zweck, dass Er Sein größtes Wunder für zuletzt aufbewahrt hatte. Denn die Auferweckung des Lazarus war es, die die Menge zum Glauben an Ihn brachte. Die Volksmenge also, die bei Ihm war, als Er Lazarus aus dem Grab rief und ihn von den Toten auferweckte, legte Zeugnis ab. Deshalb kam ihm auch das Volk entgegen, weil sie hörten, dass Er dieses Wunder getan hatte. Daher der Groll und die Nachstellungen der Pharisäer: Die Pharisäer aber sagten untereinander: Seht ihr, dass ihr nichts ausrichtet? Siehe, die Welt ist ihm nachgegangen.