Theophylakt von Ohrid
Catena Aurea · Johannesevangelium 11
41 Da nahmen sie den Stein weg, Jesus aber erhob seine Augen und betete: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42 Ich wusste, dass du mich allezeit erhörst. Aber ich habe es wegen der dabeistehenden Menge gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. 43 Nach diesen Worten rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44 Da kam der Tote heraus, Füße und Hände mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Macht ihn frei und lasst ihn gehen! 45 Viele Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan, glaubten an ihn. 46 Einige aber von ihnen gingen zu den Pharisäern und erzählten ihnen, was er getan hatte.
Die Stimme, die Lazarus erweckte, ist das Sinnbild jener Posaune, die bei der allgemeinen Auferstehung erschallen wird. (Er sprach laut, um der heidnischen Fabel zu widersprechen, dass die Seele im Grab bleibe. Die Seele des Lazarus wird gerufen, als wäre sie abwesend, und eine laute Stimme wäre nötig, um sie herbeizurufen.) Und wie die allgemeine Auferstehung im Nu geschehen wird, so geschah auch diese einzelne: Und der Verstorbene kam heraus, an Händen und Füßen mit Grabtüchern gebunden, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch umbunden. Nun ist erfüllt, was oben gesagt wurde: Die Stunde kommt, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben. (5:25)