
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 11
41 Da nahmen sie den Stein weg, Jesus aber erhob seine Augen und betete: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42 Ich wusste, dass du mich allezeit erhörst. Aber ich habe es wegen der dabeistehenden Menge gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. 43 Nach diesen Worten rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44 Da kam der Tote heraus, Füße und Hände mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Macht ihn frei und lasst ihn gehen! 45 Viele Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan, glaubten an ihn. 46 Einige aber von ihnen gingen zu den Pharisäern und erzählten ihnen, was er getan hatte.
(Hom. lxiv. 2) D.h. es gibt keinen Unterschied des Willens zwischen Mir und Dir. Du hast Mich erhört, zeigt keinen Mangel an Macht in Ihm oder dass Er dem Vater unterlegen ist. Es ist eine Redewendung, die zwischen Freunden und Gleichgestellten verwendet wird. Dass das Gebet für Ihn nicht wirklich notwendig ist, zeigt sich an den folgenden Worten: Und Ich wusste, dass Du Mich immer erhörst: als ob Er sagte: Ich brauche kein Gebet, um Dich zu überzeugen; denn Unser Wille ist eins. Er verbirgt Seine Bedeutung wegen des schwachen Glaubens Seiner Hörer. Denn Gott achtet nicht so sehr auf Seine eigene Würde als auf unser Heil; und deshalb spricht Er selten erhaben von Sich selbst, und selbst wenn, spricht Er in verhüllter Weise; während demütige Ausdrücke in Seinen Reden überwiegen.