
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 11
33 Als Jesus sah, wie sie weinte und wie die zugleich mit ihr gekommenen Juden weinten, geriet er in zornige Erregung 34 und sagte: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh. 35 Da weinte Jesus. 36 Da sagten die Juden: Seht, wie lieb er ihn hatte! 37 Einige aber sagten: Konnte er, der die Augen des Blinden geöffnet hat, nicht auch verhindern, dass dieser starb? 38 Jesus geriet erneut in Zorn und ging zum Grab. Es war eine Höhle und ein Stein lag davor. 39 Jesus sagte: Hebt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte zu ihm: Herr, er riecht schon; er ist schon vier Tage tot. 40 Jesus erwiderte ihr: Habe ich dir nicht gesagt, dass du die Herrlichkeit Gottes sehen wirst, wenn du glaubst? 41 Da nahmen sie den Stein weg, Jesus aber erhob seine Augen und betete: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
(Tr. xlix) Und auch du seufze in dir selbst, wenn du zu neuem Leben auferstehen willst. Zu jedem Menschen ist dies gesagt, der von irgendeiner lasterhaften Gewohnheit niedergedrückt wird. Es war eine Höhle, und ein Stein lag darauf. Der Tote unter dem Stein ist der Schuldige unter dem Gesetz. Denn das Gesetz, das den Juden gegeben wurde, war in Stein eingraviert. Und alle Schuldigen sind unter dem Gesetz, denn das Gesetz wurde nicht für einen Gerechten gemacht.