
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 11
28 Nach diesen Worten ging sie und rief ihre Schwester Maria, indem sie leise zu ihr sagte: Der Meister ist da und ruft dich. 29 Sobald sie das gehört hatte, stand sie rasch auf und ging zu ihm. 30 Jesus aber war noch nicht in das Dorf gekommen, sondern befand sich noch an der Stelle, wo Marta ihn getroffen hatte. 31 Als die Juden, die bei ihr im Haus waren und sie trösteten, Maria so rasch aufstehen und hinausgehen sahen, folgten sie ihr in der Meinung, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen. 32 Als nun Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen mit den Worten: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
(Hom. lxiii. 1) Er ging langsam, damit es nicht den Anschein habe, als ergreife er eine Gelegenheit, ein Wunder zu wirken, sondern als werde es ihm von anderen durch Bitten aufgedrängt. Maria, so heißt es, stand schnell auf und kam so seinem Kommen zuvor. Die Juden begleiteten sie: Die Juden nun, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, als sie sahen, dass Maria eilig aufstand und hinausging, folgten ihr nach und sagten: Sie geht zum Grab, um dort zu weinen.