
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 11
17 Bei seiner Ankunft fand ihn Jesus schon vier Tage begraben. 18 Betanien lag nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. 19 Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie über ihren Bruder zu trösten. 20 Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen. Maria aber blieb im Haus sitzen. 21 Da sagte Marta zu Jesus: Wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben. 22 Aber auch jetzt weiß ich, dass dir Gott alles gewähren wird, um was du ihn bittest. 23 Jesus sagt zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. 24 Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. 25 Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. 26 Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das? 27 Sie sagte zu ihm: Ja, Herr, ich habe den Glauben, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
(Hom. lxii. 2) Zwei Meilen. Dies wird erwähnt, um zu erklären, warum so viele aus Jerusalem kamen: Und viele von den Juden kamen zu Marta und Maria, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Aber wie konnten die Juden die Geliebten Christi trösten, wo sie doch beschlossen hatten, dass jeder, der Christus bekennt, aus der Synagoge ausgestoßen werden sollte? Vielleicht erregte die extreme Bedrängnis der Schwestern ihr Mitgefühl; oder sie wollten ihrer Stellung Respekt erweisen. Oder vielleicht waren die, welche kamen, von der besseren Sorte; wie wir finden, dass viele von ihnen glaubten. Ihre Anwesenheit wird erwähnt, um jeden Zweifel am wirklichen Tod des Lazarus auszuräumen.