
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 10
22 Damals fand das Tempelweihfest in Jerusalem statt. Es war Winter 23 und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab. 24 Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch hältst du uns in Spannung? Wenn du der Messias bist, so sag es uns offen! 25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt. Aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab. 26 Aber ihr glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. 27 Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. 28 Sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen. 29 Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand des Vaters entreißen. 30 Ich und der Vater sind eins.
(Hom. lxi) Da sie an Seinen Werken keinen Fehler finden konnten, versuchten sie, Ihn in Seinen Worten zu fangen. Und beachte ihre Verkehrtheit. Wenn Er durch Seine Rede belehrt, sagen sie: Was für ein Zeichen zeigst Du? Wenn Er durch Seine Werke beweist, sagen sie: Bist Du der Christus, so sage es uns offen. Auf beide Weisen sind sie entschlossen, sich Ihm zu widersetzen. Es liegt große Bosheit in jener Rede: Sage es uns offen. Er hatte offen gesprochen, als Er bei den Festen aufging, und hatte nichts verborgen. Sie beginnen jedoch mit Schmeichelei: Wie lange lässt Du uns zweifeln? als wären sie begierig, die Wahrheit zu erfahren, in Wahrheit aber nur, um Ihn zu reizen, etwas zu sagen, das sie ergreifen könnten.