
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 10
11 Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben für die Schafe. 12 Der Lohnknecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt, wenn er den Wolf kommen sieht, die Schafe im Stich und flieht -- und der Wolf raubt und versprengt sie. 13 Denn er ist ein Lohnknecht und an den Schafen liegt ihm nichts.
(de Verb. Dom. Serm. 1) Alle diese jedoch waren gute Hirten, nicht weil sie ihr Blut vergossen, sondern weil sie es für die Schafe taten. Denn sie vergossen es nicht aus Stolz, sondern aus Liebe. Sollten einige unter den Häretikern wegen ihrer Irrtümer und Ungerechtigkeiten Not leiden, so rühmen sie sich sogleich ihres Martyriums; damit sie unter so schönem Deckmantel besser stehlen können: denn sie sind in Wirklichkeit Wölfe. Aber nicht alle, die ihren Leib dem Feuer übergeben, sind zu denken, dass sie ihr Blut für die Schafe vergießen; vielmehr gegen die Schafe; denn der Apostel sagt: Wenn ich meinen Leib dem Feuer übergebe und habe die Liebe nicht, nützt es mir nichts. (1 Kor. 13:3) Und wie hat er auch nur die kleinste Liebe, der die Gemeinschaft (convictus) mit Christen nicht liebt? Um dies zu gebieten, erwähnte unser Herr nicht viele Hirten, sondern einen: Ich bin der gute Hirt.