
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 10
11 Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben für die Schafe. 12 Der Lohnknecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt, wenn er den Wolf kommen sieht, die Schafe im Stich und flieht -- und der Wolf raubt und versprengt sie. 13 Denn er ist ein Lohnknecht und an den Schafen liegt ihm nichts.
(Tr. xlvi. 1) Unser Herr hat uns zwei Dinge mitgeteilt, die zuvor dunkel waren; erstens, dass Er die Tür ist; und nun wiederum, dass Er der Hirt ist: Ich bin der gute Hirt. (c. xlvii. 1, 3). Oben sagte Er, dass der Hirt durch die Tür eingeht. Wenn Er die Tür ist, wie geht Er durch sich selbst ein? So wie Er den Vater durch sich selbst kennt und wir durch Ihn; so geht Er durch sich selbst in die Hürde ein und wir durch Ihn. Wir gehen durch die Tür ein, weil wir Christus verkünden; Christus verkündet sich selbst. Ein Licht zeigt sowohl andere Dinge als auch sich selbst. (Tr. xlvi. 5). Es gibt nur einen Hirten. Denn obwohl die Vorsteher der Kirche, die ihre Söhne und nicht Mietlinge sind, Hirten sind, sind sie alle Glieder jenes einen Hirten. (Tr. xlvii. 3). Sein Amt als Hirt hat Er seinen Gliedern zu tragen erlaubt. Petrus ist ein Hirt, und alle anderen Apostel: alle guten Bischöfe sind Hirten. Aber keiner von uns nennt sich die Tür. Er hätte nicht gut hinzufügen können, wenn es nicht auch schlechte Hirten gäbe. Sie sind Diebe und Räuber; oder zumindest Mietlinge.