
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
29 Am folgenden Tag sah er Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt. 30 Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. 31 Auch ich kannte ihn nicht. Aber um Israel mit ihm bekannt zu machen, deshalb bin ich gekommen und taufe mit Wasser.
(Tr. iv. c. 12, 13) Als nun unser Herr bekannt wurde, war es nicht mehr nötig, ihm einen Weg zu bereiten; denn für die, die ihn kannten, wurde er selbst sein Weg. Und deshalb dauerte die Taufe des Johannes nicht lange, sondern nur so lange, um die Demut unseres Herrn zu zeigen. (Tr. v. c. 5.) Unser Herr empfing die Taufe von einem Diener, um uns eine solche Lektion der Demut zu geben, die uns darauf vorbereiten sollte, die Gnade der Taufe zu empfangen. Und damit die Taufe des Dieners nicht vor die des Herrn gestellt würde, wurden andere mit ihr getauft; die nach deren Empfang noch die Taufe unseres Herrn empfangen mussten: während die, welche zuerst die Taufe unseres Herrn empfingen, nicht danach die des Dieners empfingen.