
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
14 Und das Wort ist Fleisch geworden / und hat unter uns gewohntund wir haben seine Herrlichkeit geschaut, / eine Herrlichkeit, wie sie der einzige Sohn vom Vater hat, / voll Gnade und Wahrheit.
(Hom. xii. [xi.] 1) Als ob er sagte: Wir sahen seine Herrlichkeit, wie sie dem eingeborenen und wahren Sohn zu haben ziemte und angemessen war. Wir haben eine Redeweise, die dem ähnlich ist, die daher rührt, dass wir Könige immer prächtig gekleidet sehen. Wenn die Würde des Auftretens eines Menschen unbeschreiblich ist, sagen wir: Kurz, er ging wie ein König. So sagt auch Johannes: Wir sahen seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit wie des Eingeborenen vom Vater. Denn die Engel, als sie erschienen, taten alles wie Diener, die einen Herrn hatten, er aber wie der Herr, der in demütiger Gestalt erschien. Doch alle Geschöpfe erkannten ihren Herrn: der Stern rief die Magier, die Engel die Hirten, das Kind, das im Mutterleib hüpfte, erkannte ihn; ja der Vater bezeugte ihn vom Himmel, und der Paraklet stieg auf ihn herab; und das Weltall selbst rief lauter als jede Posaune, dass der König des Himmels gekommen sei. Denn Dämonen flohen, Krankheiten wurden geheilt, die Gräber gaben die Toten heraus, und Seelen wurden aus der Bosheit herausgeführt zur höchsten Höhe der Tugend. Was soll man von der Weisheit der Gebote sagen, von der Kraft der himmlischen Gesetze, von der vortrefflichen Einrichtung des engelgleichen Lebens?