
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
6 Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt, sein Name war Johannes. 7 Er kam zum Zeugnis, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn glauben. 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte Zeugnis ablegen für das Licht.
(Hom. vi. [v.] c. 1) Danach schätze nichts, was er sagt, als menschlich ein; denn er spricht nicht aus sich selbst, sondern von dem, der ihn gesandt hat. Und deshalb nennt ihn der Prophet einen Boten: „Siehe, ich sende meinen Boten“ (Mal 3,1); denn es ist die Vortrefflichkeit eines Boten, nichts aus sich selbst zu sagen. Aber der Ausdruck „wurde gesandt“ bedeutet nicht seinen Eintritt ins Leben, sondern sein Amt. Wie Jesaja mit seinem Auftrag gesandt wurde, nicht von einem Ort außerhalb der Welt, sondern von dort, wo er den Herrn auf seinem hohen und erhabenen Thron sitzen sah (Jes 6,1); in gleicher Weise wurde Johannes von der Wüste aus gesandt zu taufen; denn er sagt: „Der mich gesandt hat mit Wasser zu taufen, derselbe sprach zu mir: Auf wen du den Geist herabsteigen und bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.“ (Joh 1,33)