
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
5 Und das Licht scheint in der Finsternis, / und die Finsternis hat es nicht ergriffen.
(tr. 1. c. 19) Da jenes Leben das Licht der Menschen ist, die törichten Herzen aber jenes Licht nicht empfangen können, weil sie so mit Sünden belastet sind, dass sie es nicht sehen können; deshalb, damit niemand denke, es sei kein Licht in ihrer Nähe, weil sie es nicht sehen können, fährt er fort: „Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht ergriffen.“ Denn setze einen Blinden in die Sonne: die Sonne ist ihm gegenwärtig, aber er ist von der Sonne entfernt. In gleicher Weise ist jeder Tor blind, und die Weisheit ist ihm gegenwärtig; aber obwohl gegenwärtig, ist sie seinem Blick fern, insofern das Sehen verloren ist; die Wahrheit ist nicht, dass sie von ihm fern ist, sondern dass er von ihr fern ist.