Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
3 Alles ist durch es geworden, / und ohne es ist nichts geworden, was geworden ist.
(tom. ii. c. 9) Wenn „das Wort“ für das genommen wird, was in jedem Menschen ist, insofern es von dem Wort, das im Anfang war, in jeden eingepflanzt wurde, dann begehen wir auch nichts ohne dieses „Wort“ [Vernunft], wobei wir dieses Wort „nichts“ im volkstümlichen Sinne nehmen. Denn der Apostel sagt, dass die Sünde ohne das Gesetz tot war, als aber das Gebot kam, lebte die Sünde wieder auf; denn die Sünde wird nicht zugerechnet, wo kein Gesetz ist. Aber es gab auch keine Sünde, als es kein Wort gab, denn unser Herr sagt: Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen gesprochen hätte, hätten sie keine Sünde. (Joh 15,22) Denn jede Entschuldigung wird dem Sünder genommen, wenn er, da das Wort gegenwärtig ist und gebietet, was zu tun ist, sich weigert, ihm zu gehorchen. Noch ist das Wort deshalb zu tadeln; ebenso wenig wie ein Lehrer, dessen Zucht einem säumigen Schüler keine Entschuldigung wegen Unwissenheit offen lässt. Alle Dinge also wurden durch das Wort gemacht, nicht nur die natürliche Welt, sondern auch alles, was von denen getan wird, die ohne Vernunft handeln.