
Johannes Chrysostomus
Catena Aurea · Johannesevangelium 1
1 Im Anfang war das Wort, / und das Wort war bei Gott, / und Gott war das Wort.
(Hom. in Joan. ii. [i.] §. 4) Warum aber übergeht er den Vater und fährt sogleich fort, vom Sohn zu sprechen? Weil der Vater allen bekannt war; zwar nicht als Vater, doch als Gott; der Eingeborene hingegen war nicht bekannt. Wie es sich geziemte, bemüht er sich zuerst, die Erkenntnis des Sohnes denen einzuprägen, die ihn nicht kannten; obwohl er auch in der Rede über ihn nicht gänzlich vom Vater schweigt. Und da er lehren wollte, dass das Wort der eingeborene Sohn Gottes sei, damit niemand dies für eine leidensfähige (παθητὴν) Zeugung halte, erwähnt er zuerst das Wort, um den gefährlichen Verdacht zu zerstören und zu zeigen, dass der Sohn ohne Leiden von Gott ist. Und ein zweiter Grund ist, dass er uns die Dinge des Vaters verkünden sollte. (Joh. 15:15) Er spricht aber nicht einfach vom Wort, sondern mit Hinzufügung des Artikels, um es von anderen Wörtern zu unterscheiden. Denn die Schrift nennt Gottes Gesetze und Gebote Worte; dieses Wort aber ist eine gewisse Substanz oder Person, ein Wesen, das ohne Leiden vom Vater selbst hervorgeht.