
Rabanus Maurus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
9 Als Jesus weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir! Da stand er auf und folgte ihm nach. 10 Als er in seinem Haus zu Tisch lag, kamen viele Zöllner und Sünder und legten sich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch. 11 Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Warum isst euer Meister mit Zöllnern und Sündern? 12 Er aber hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. 13 Geht und lernt verstehen, was das heißt: Erbarmen will ich und nicht Opfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder.
Er nennt sich selbst einen Arzt, weil er durch eine wunderbare Art von Medizin für unsere Sünden verwundet wurde, um die Wunde unserer Sünde zu heilen. Mit den Gesunden meint er die, die ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten suchen und sich der wahren Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen haben. Mit den Kranken, (Röm. 10:3.) meint er die, die, gefesselt durch das Bewusstsein ihrer Schwäche und sehend, dass sie nicht durch das Gesetz gerechtfertigt sind, sich in Buße der Gnade Gottes unterwerfen.