
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
9 Als Jesus weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir! Da stand er auf und folgte ihm nach. 10 Als er in seinem Haus zu Tisch lag, kamen viele Zöllner und Sünder und legten sich mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch. 11 Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Warum isst euer Meister mit Zöllnern und Sündern? 12 Er aber hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. 13 Geht und lernt verstehen, was das heißt: Erbarmen will ich und nicht Opfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder.
(ubi sup.) Lukas scheint dies etwas anders erzählt zu haben; nach ihm sagen die Pharisäer zu den Jüngern: Warum esst und trinkt ihr mit Zöllnern und Sündern? (Lukas 5:30.) nicht unwillig, dass ihr Meister in dieselbe Anklage einbezogen verstanden werde; indem sie es zugleich gegen ihn und seine Jünger andeuteten. Daher haben Matthäus und Markus es als zu den Jüngern gesagt überliefert, weil es so ebenso ein Einwand gegen ihren Meister war, dem sie folgten und nachahmten. Der Sinn ist also in allen einer, und umso besser vermittelt, als die Worte geändert werden, während die Substanz dieselbe bleibt.