
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
1 Er stieg in das Boot, fuhr hinüber und kam in seine Stadt. 2 Da brachten sie ihm einen Gelähmten, der auf einem Bett lag. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mut, mein Kind, deine Sünden sind dir vergeben. 3 Da dachten einige Schriftgelehrte: Der lästert. 4 Da Jesus ihre Gedanken kannte, sagte er: Warum denkt ihr Böses in eueren Herzen? 5 Was ist denn leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? 6 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Macht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben -- sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm dein Bett und geh heim! 7 Und er stand auf und ging heim. 8 Als das die Volksscharen sahen, fürchteten sie sich und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hat.
O wunderbare Demut! Diesen schwachen und verachteten Mann, an allen Gliedern gelähmt, redet er als Sohn an. Die jüdischen Priester würden es nicht für würdig erachtet haben, ihn zu berühren. Er ist also sogar sein Sohn, weil ihm seine Sünden vergeben wurden. Daher können wir lernen, dass Krankheiten oft die Strafe für Sünde sind; und deshalb werden ihm vielleicht seine Sünden vergeben, damit, nachdem die Ursache seiner Krankheit zuerst beseitigt wurde, die Gesundheit wiederhergestellt werde.