
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 9
1 Er stieg in das Boot, fuhr hinüber und kam in seine Stadt. 2 Da brachten sie ihm einen Gelähmten, der auf einem Bett lag. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mut, mein Kind, deine Sünden sind dir vergeben. 3 Da dachten einige Schriftgelehrte: Der lästert. 4 Da Jesus ihre Gedanken kannte, sagte er: Warum denkt ihr Böses in eueren Herzen? 5 Was ist denn leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? 6 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Macht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben -- sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm dein Bett und geh heim! 7 Und er stand auf und ging heim. 8 Als das die Volksscharen sahen, fürchteten sie sich und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hat.
(ubi sup.) Und wenn wir diese Annahme übernehmen, müssen wir sagen, dass Matthäus alles übergangen hat, was von der Zeit an geschah, als Jesus in seine eigene Stadt eintrat, bis er nach Kapharnaum kam, und sogleich zur Heilung des Gelähmten übergegangen ist; wie sie an vielen anderen Stellen das dazwischen Liegende übergehen und den Faden der Erzählung weiterführen, ohne irgendein Zeitintervall zu beachten, zu etwas anderem; so hier: Und siehe, sie brachten ihm einen Gelähmten, der auf einem Bett lag.