
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
14 Jesus kam in das Haus des Petrus und sah dessen Schwiegermutter fieberkrank daniederliegen. 15 Er berührte ihre Hand, und das Fieber verließ sie. Sie stand auf und bewirtete ihn.
(De Cons. Ev. ii. 21.) Wann dieses Wunder geschah, das heißt, nach welchem oder vor welchem Ereignis, hat Matthäus nicht gesagt. Denn wir müssen nicht annehmen, dass es gerade nach dem geschah, was in der Erzählung darauf folgt; er kehrt hier vielleicht zu dem zurück, was er oben ausgelassen hat. Denn Markus berichtet dies nach der Reinigung des Aussätzigen (Markus 1,30), was auf die Bergpredigt zu folgen scheint, über die Markus schweigt. Auch Lukas folgt in der Erzählung über die Schwiegermutter des Petrus derselben Reihenfolge wie Markus; er fügt sie ebenfalls vor jener langen Rede ein, die mit der Bergpredigt des Matthäus identisch zu sein scheint. Doch was macht es aus, in welcher Reihenfolge die Ereignisse erzählt werden, ob etwas zuvor Ausgelassenes später eingefügt wird oder was später geschah, früher berichtet wird, solange er in derselben Erzählung weder einem anderen noch sich selbst widerspricht? Denn da es nicht in der Macht eines Menschen liegt, zu wählen, in welcher Reihenfolge er sich an Dinge erinnert, die er einmal gewusst hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass jeder der Evangelisten glaubte, alles in der Reihenfolge erzählen zu müssen, in der es Gott gefiel, ihm die verschiedenen Ereignisse ins Gedächtnis zu rufen. Wenn daher die zeitliche Reihenfolge nicht klar ist, kann es für uns keine Bedeutung haben, welcher Reihenfolge der Erzählung einer von ihnen gefolgt sein mag.