
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 8
5 Als er nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran mit der Bitte: 6 Herr, mein Knecht liegt gelähmt zu Hause und leidet große Qual. 7 Er sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen! 8 Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach trittst. Aber sprich nur ein Wort, so ist mein Knecht geheilt. 9 Denn auch ich bin ein Mann, der unter Befehlsgewalt steht, und habe Soldaten unter mir. Sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er es.
(ubi sup.) Indem er sich für unwürdig erklärte, zeigte er sich würdig, nicht zwar, dass Christus, das Wort Gottes, in sein Haus, sondern in sein Herz eingehe. Und er hätte dies nicht mit so großem Glauben und so großer Demut sagen können, wenn er nicht in seinem Herzen den getragen hätte, den er in seinem Hause zu haben fürchtete. Und wahrlich, es wäre kein großes Glück gewesen, dass Jesus in seine Wände eingetreten wäre, wenn er nicht schon in sein Herz eingetreten wäre.