
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 7
21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist. 22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht geweissagt in deinem Namen, in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunder gewirkt? 23 Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt. Hinweg von mir, ihr Übeltäter!
(Serm. in Mont. ii. 24.) Denn schon beim bloßen Namen Christi müssen wir uns vor Häretikern und allen, die falsch verstehen und diese Welt lieben, in Acht nehmen, damit wir nicht getäuscht werden; und deshalb sagt Er: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr. Aber es könnte billigerweise eine Schwierigkeit entstehen, wie dies mit dem Wort des Apostels zu vereinbaren ist: Niemand kann sagen, dass Jesus der Herr ist, außer durch den Heiligen Geist. (1 Kor. 12:3.) Denn wir können nicht sagen, dass diejenigen, die nicht in das Himmelreich eingehen werden, den Heiligen Geist haben. Aber der Apostel gebraucht das Wort ‚sagen‘, um den Willen und die Einsicht dessen auszudrücken, der es sagt. Nur der sagt eigentlich etwas, der durch den Klang seiner Stimme seinen Willen und seine Absicht ausdrückt. Der Herr aber gebraucht das Wort in seinem gewöhnlichen Sinn, denn er scheint zu sagen, wer weder wünscht noch versteht, was er sagt.