
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 7
15 Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. 16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man etwa Trauben von Dornen oder Feigen von Disteln? 17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte. 18 Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen. 19 Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. 20 An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.
(Serm. in Mont. ii. 24.) Daher wird zu Recht gefragt, welche Früchte er uns denn sehen lassen will? Denn viele schätzen unter den Früchten einige Dinge, die zum Schafskleid gehören, und werden auf diese Weise über die Wölfe getäuscht. Denn sie üben Fasten, Almosen oder Gebet, die sie vor den Menschen zur Schau stellen, um denen zu gefallen, denen diese Dinge schwer erscheinen. Diese sind also nicht die Früchte, an denen er uns lehrt, sie zu unterscheiden. Jene Taten, die mit guter Absicht getan werden, sind das eigentliche Vlies des Schafes selbst; solche, die mit böser Absicht oder im Irrtum getan werden, sind nichts anderes als ein Kleid der Wölfe; aber das Schaf soll sein eigenes Kleid nicht hassen, weil es oft dazu benutzt wird, Wölfe zu verbergen. Welches sind dann die Früchte, an denen wir einen bösen Baum erkennen können? Der Apostel sagt: Die Werke des Fleisches sind offenbar, nämlich Unzucht, Unreinheit usw. (Gal. 5,19.) Und welche sind es, an denen wir einen guten Baum erkennen können? Derselbe Apostel lehrt und sagt: Die Früchte des Geistes sind Liebe, Freude, Friede.