
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
31 Sorgt euch also nicht und sagt nicht: Was werden wir essen? oder: Was werden wir trinken? oder: Was werden wir anziehen? 32 Denn nach all dem trachten die Heiden. Euer himmlischer Vater weiß ja, dass ihr das alles braucht. 33 Sucht vielmehr zuerst das Reich und seine Gerechtigkeit: dann wird euch all das dazugegeben.
(Serm. in Mont. ii. 16.) Nämlich diese zeitlichen Güter, die so offensichtlich nicht solche Güter sind wie jene unsere Güter, um derentwillen wir Gutes tun sollten; und doch sind sie notwendig. Das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit ist unser Gut, das wir zu unserem Ziel machen sollen. Aber da wir, um dieses Ziel zu erreichen, in diesem Leben kämpfen, das ohne die Versorgung mit diesen Notwendigkeiten nicht gelebt werden kann, verspricht Er: Diese Dinge werden euch hinzugefügt werden. Dass Er sagt: Zuerst, impliziert, dass diese an zweiter Stelle gesucht werden sollen, nicht in der Zeit, sondern im Wert; das eine ist unser Gut, das andere ist uns notwendig. Zum Beispiel sollten wir nicht predigen, damit wir essen, denn so würden wir das Evangelium für weniger wert halten als unsere Nahrung; sondern wir sollten deshalb essen, damit wir das Evangelium predigen. Aber wenn wir zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit suchen, das heißt, dies vor alle anderen Dinge setzen und andere Dinge um dieses willen suchen, sollten wir nicht besorgt sein, dass wir Notwendigkeiten entbehren; und daher sagt Er: All diese Dinge werden euch hinzugefügt werden; das heißt natürlich, ohne euch ein Hindernis zu sein: damit ihr nicht, indem ihr sie sucht, von dem anderen abgewandt werdet und so zwei Ziele vor euch setzt.