
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
24 Niemand kann zwei Herren dienen. Denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben oder an dem einen hängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
(Serm. in Mont. ii. 14.) Wer Mammon dient (das heißt dem Reichtum), dient wahrhaft dem, der wegen der Verdienste seiner Verkehrtheit über diese irdischen Dinge gesetzt und vom Herrn „der Fürst dieser Welt“ genannt wird. Oder anders: Wer die zwei Herren sind, zeigt Er, wenn Er sagt: „Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen“, das heißt Gott und dem Teufel. Entweder also wird der Mensch den einen hassen und den anderen lieben, nämlich Gott; oder er wird den einen ertragen und den anderen verachten. Denn wer Mammons Diener ist, erträgt einen harten Herrn; denn von seiner eigenen Begierde gefangen, ist er dem Teufel unterworfen und liebt ihn nicht. Wie einer, dessen Leidenschaften ihn mit der Magd eines anderen verbunden haben, eine harte Knechtschaft erleidet, doch den nicht liebt, dessen Magd er liebt. Aber Er sagte: „er wird verachten“, nicht „er wird hassen“ den anderen, denn niemand kann mit rechtem Gewissen Gott hassen. Aber er verachtet, das heißt, er fürchtet Ihn nicht, da er von Seiner Güte überzeugt ist.