
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
22 Das Licht des Leibes ist das Auge. Wenn nun dein Auge gesund ist, wird dein ganzer Leib licht sein. 23 Wenn aber dein Auge krank ist, wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn also das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!
(ubi sup.) Andernfalls; unter dem Auge können wir hier unsere Absicht verstehen; wenn diese rein und recht ist, sind alle unsere Werke, die wir danach wirken, gut. Diese nennt Er hier den Leib, wie der Apostel gewisse Werke als Glieder bezeichnet; Tötet eure Glieder, Unzucht und Unreinheit. (Kol. 3:5.) Wir sollten also nicht darauf schauen, was jemand tut, sondern mit welchem Geist er es tut. Denn dies ist das Licht in uns, weil wir dadurch sehen, dass wir mit guter Absicht tun, was wir tun. Denn alles, was offenbar macht, ist Licht. (Eph. 5:13.) Aber die Taten selbst, die in die menschliche Gesellschaft hinausgehen, haben für uns ein ungewisses Ergebnis, und deshalb nennt Er sie Finsternis; wie wenn ich einem Bedürftigen Geld gebe, weiß ich nicht, was er damit tun wird. Wenn nun die Absicht deines Herzens, die du kennen kannst, durch die Begierde nach zeitlichen Dingen befleckt ist, um wie viel mehr ist die Tat selbst befleckt, deren Ausgang ungewiss ist. Denn selbst wenn einer Gutes aus dem ernten sollte, was du mit einer nicht guten Absicht tust, wird es dir zugerechnet, wie du es getan hast, nicht wie es ihm ergangen ist. Wenn jedoch unsere Werke mit einer einfältigen Absicht getan werden, das heißt mit dem Ziel der Liebe, dann sind sie rein und wohlgefällig in Gottes Augen.