
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
12 und vergib uns unsere Schuld, / wie auch wir unsern Schuldnern vergeben haben.
(Enchir. 73.) Da eine so große Güte, nämlich Schulden zu vergeben und unsere Feinde zu lieben, nicht von einer so großen Zahl besessen werden kann, wie wir annehmen, dass sie im Gebrauch dieses Gebets erhört werden, so werden ohne Zweifel die Bedingungen dieser Vereinbarung erfüllt, auch wenn einer nicht zu solcher Vollkommenheit gelangt ist, seinen Feind zu lieben; doch wenn er von einem, der gegen ihn gesündigt hat, gebeten wird, ihm zu vergeben, und er ihm von Herzen vergibt; denn er selbst wünscht, wenigstens dann Vergebung zu erlangen, wenn er um Vergebung bittet. Und wenn einer durch das Bewusstsein seiner Sünde bewegt wurde, den um Vergebung zu bitten, gegen den er gesündigt hat, so ist er nicht mehr als Feind zu betrachten, so dass etwas Schwieriges darin läge, ihn zu lieben, wie es der Fall war, als er in aktiver Feindschaft stand.