
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 6
11 Unser tägliches Brot gib uns heute,
(Serm. in Mont. ii. 7.) Hier entsteht eine Schwierigkeit durch den Umstand, dass es im Osten viele gibt, die nicht täglich am Abendmahl des Herrn teilnehmen. Und sie verteidigen ihre Praxis mit der kirchlichen Autorität, dass sie dies ohne Anstoß tun und von denen, die den Kirchen vorstehen, nicht verboten werden. Aber ohne in dieser Sache irgendetwas in die eine oder andere Richtung zu entscheiden, sollte uns gewiss der Gedanke kommen, dass wir hier vom Herrn eine Regel für das Gebet empfangen haben, die wir nicht übertreten dürfen. Wer wird es also wagen zu behaupten, dass wir dieses Gebet nur einmal verrichten dürfen? Oder wenn zweimal oder dreimal, dann doch nur bis zu jener Stunde, in der wir den Leib des Herrn empfangen? Denn danach können wir nicht sagen: Gib uns heute, was wir bereits empfangen haben. Oder wird uns jemand deshalb zwingen können, dieses Sakrament am Ende des Tages zu feiern?