
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 5
38 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge um Auge und Zahn um Zahn. 39 Ich aber sage euch: Widersteht dem, der euch Böses tut, nicht, sondern wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halt auch die andere hin. 40 Und dem, der dich vor Gericht bringen und deinen Rock nehmen will, dem lass auch den Mantel. 41 Und wer dich nötigt, eine Meile mitzugehen, mit dem geh zwei. 42 Dem, der dich bittet, gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.
(ubi sup.) Daher sagt er nicht: ‚Gib alles dem, der bittet‘; sondern: Gib jedem, der bittet; dass du nur geben sollst, was du ehrlich und recht geben kannst. Denn was, wenn jemand um Geld bittet, um es zur Unterdrückung des Unschuldigen zu verwenden? Was, wenn er um deine Zustimmung zu unreiner Sünde bittet? Wir müssen dann nur geben, was weder uns noch anderen schadet, soweit Menschen urteilen können; und wenn du eine unzulässige Bitte abgelehnt hast, damit du nicht den leer wegschickst, der gebeten hat, zeige die Gerechtigkeit deiner Ablehnung; und solche Zurechtweisung des unerlaubten Bittstellers wird oft eine bessere Gabe sein als die Gewährung seiner Bitte.