
Gregor der Große
Catena Aurea · Matthäusevangelium 5
38 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge um Auge und Zahn um Zahn. 39 Ich aber sage euch: Widersteht dem, der euch Böses tut, nicht, sondern wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halt auch die andere hin. 40 Und dem, der dich vor Gericht bringen und deinen Rock nehmen will, dem lass auch den Mantel. 41 Und wer dich nötigt, eine Meile mitzugehen, mit dem geh zwei. 42 Dem, der dich bittet, gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.
(Mor. xxxi. 13.) Es gibt solche, die so weit zu ertragen sind, dass sie uns unserer weltlichen Güter berauben; aber es gibt solche, die wir hindern sollten, und zwar ohne das Gesetz der Liebe zu brechen, nicht nur damit wir nicht dessen beraubt werden, was unser ist, sondern damit sie nicht durch Beraubung anderer sich selbst zugrunde richten. Wir müssen viel mehr fürchten für die Menschen, die uns berauben, als eifrig zu sein, die leblosen Dinge zu retten, die sie uns nehmen. Wenn der Friede mit unserem Nächsten in der Angelegenheit weltlichen Besitzes aus dem Herzen verbannt wird, ist es klar, dass unser Besitz mehr geliebt wird als unser Nächster.