
Rabanus Maurus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 5
33 Ferner habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, sondern du sollst dem Herrn deine Schwüre halten. 34 Ich aber sage euch: Ihr sollt überhaupt nicht schwören, weder beim Himmel, denn er ist der Thron Gottes, 35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. 36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du vermagst nicht, ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. 37 So sei euer Wort: Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein. Was darüber hinausgeht, ist vom Bösen.
Nachdem Er das Schwören verboten hat, unterweist Er uns, wie wir sprechen sollen: Eure Rede sei Ja, Ja; Nein, Nein. Das heißt, um etwas zu bejahen, genügt es zu sagen: ‚Es ist so‘; um zu verneinen, zu sagen: ‚Es ist nicht so.‘ Oder Ja, Ja; Nein, Nein werden deshalb zweimal wiederholt, damit du, was du mit dem Mund bejahst, in der Tat beweisest, und was du mit Worten verneinst, nicht durch dein Verhalten bestätigest.