
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 5
27 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht ehebrechen. 28 Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau begehrlich anblickt, hat in seinem Herzen schon die Ehe mit ihr gebrochen.
(Serm. ix. 3 und 10.) Du sollst nicht ehebrechen, das heißt: Du sollst nirgendwo hingehen außer zu deiner rechtmäßigen Frau. Denn wenn du dies von deiner Frau verlangst, solltest du dasselbe tun, denn der Ehemann soll der Frau in der Tugend vorangehen. Es ist eine Schande für den Ehemann zu sagen, dass dies unmöglich sei. Warum nicht der Ehemann ebenso wie die Frau? Und der Unverheiratete soll nicht glauben, dass er dieses Gebot nicht durch Unzucht bricht; du kennst den Preis, mit dem du erkauft worden bist, du weißt, was du isst und was du trinkst, daher halte dich von Unzuchten fern. Denn da alle solche Akte der Wollust Gottes Bild (das du bist) beflecken und zerstören, gibt dir der Herr, der weiß, was gut für dich ist, dieses Gebot, damit du seinen Tempel, der du zu sein begonnen hast, nicht niederreißt.