
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 5
25 Vertrage dich ohne Zögern mit deinem Widersacher, solange du noch mit ihm unterwegs (zum Gericht) bist, damit der Widersacher dich nicht etwa dem Richter übergibt und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen wirst. 26 Amen, ich sage dir: Du kommst von dort sicherlich nicht heraus, bis du den letzten Quadrans bezahlt hast.
(ubi sup.) Vielleicht ist es also Gott, mit dem wir hier aufgefordert werden, übereinzukommen. Er kann unser Gegner genannt werden, weil wir durch die Sünde von ihm abgewichen sind und er den Stolzen widersteht. Wer also in diesem Leben nicht mit Gott versöhnt worden ist durch den Tod seines Sohnes, wird von ihm dem Richter übergeben werden, das heißt dem Sohn, dem er alles Gericht übertragen hat. Und der Mensch kann gesagt werden, mit Gott auf dem Weg zu sein, weil er überall ist. Aber wenn wir nicht sagen wollen, dass die Gottlosen mit Gott sind, der überall gegenwärtig ist, wie wir nicht sagen, dass die Blinden mit jenem Licht sind, das sie überall umgibt, bleibt nur das Gesetz Gottes übrig, das wir unter unserem Gegner verstehen können. Denn dieses Gesetz ist ein Gegner für die, die gerne sündigen, und ist uns für dieses Leben gegeben, damit es mit uns auf dem Weg sei. Mit diesem sollten wir schnell übereinkommen, indem wir es lesen, hören und ihm die höchste Autorität zuerkennen, und dass wir es, wenn wir es verstehen, nicht hassen, weil es unseren Sünden widersteht, sondern es vielmehr lieben, weil es sie zurechtweist; und wenn es dunkel ist, beten, dass wir es verstehen.