
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Matthäusevangelium 5
25 Vertrage dich ohne Zögern mit deinem Widersacher, solange du noch mit ihm unterwegs (zum Gericht) bist, damit der Widersacher dich nicht etwa dem Richter übergibt und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen wirst. 26 Amen, ich sage dir: Du kommst von dort sicherlich nicht heraus, bis du den letzten Quadrans bezahlt hast.
(ubi sup.) Ich sehe wiederum nicht, wie es vom Menschen verstanden werden kann. Denn wie kann der Mensch sagen, dass er uns dem Richter übergibt, wo wir doch nur Christus als den Richter kennen, vor dessen Tribunal alle gestellt werden müssen. Wie kann er dann dem Richter übergeben, der selbst vor ihm erscheinen muss? Zudem, wenn jemand gegen einen anderen gesündigt hat, indem er ihn tötete, hat er keine Gelegenheit, mit ihm auf dem Weg, das heißt in diesem Leben, übereinzukommen; und doch hindert das nicht, dass er durch Reue vom Gericht errettet werden kann. Noch weniger sehe ich, wie wir aufgefordert werden können, mit dem Fleisch übereinzustimmen; denn die sind eher Sünder, die mit ihm übereinstimmen; die es aber unterwerfen, stimmen nicht mit ihm überein, sondern zwingen es, mit ihnen übereinzustimmen.