
Gregor der Große
Catena Aurea · Matthäusevangelium 4
18 Als er am See von Galiläa entlang wanderte, sah er zwei Brüder: Simon, der Petrus genannt wird, und seinen Bruder Andreas. Sie warfen ein Netz in den See, denn sie waren Fischer. 19 Da sagte er zu ihnen: Kommt, folgt mir nach. Ich will euch zu Menschenfischern machen. 20 Sofort verließen sie ihre Netze und folgten ihm. 21 Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder: Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und besserten ihre Netze aus. Er rief sie 22 und sofort verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm.
(Hom. in Evan. v. 1.) Petrus und Andreas hatten Christus kein Wunder wirken sehen, hatten von ihm kein Wort der Verheißung der ewigen Belohnung gehört, doch auf dieses einzige Geheiß des Herrn hin vergaßen sie alles, was sie zu besitzen schienen, und verließen sogleich ihre Netze und folgten ihm nach. In dieser Tat sollten wir eher ihren Willen betrachten als die Menge ihres Besitzes. Er verlässt viel, der nichts für sich behält; er trennt sich von vielem, der mit seinen Besitztümern auch seine Begierden aufgibt. Diejenigen, die Christus nachfolgten, gaben genug auf, um von denen begehrt zu werden, die nicht nachfolgten. Unsere äußeren Güter, wie gering sie auch sein mögen, sind genug für den Herrn; er wiegt das Opfer nicht danach, wie viel geopfert wird, sondern aus wie viel es geopfert wird. Das Reich Gottes ist nicht mit einem bestimmten Preis zu bewerten, sondern was immer ein Mensch hat, viel oder wenig, ist gleichermaßen verfügbar.